Eine kleine Geschichte der Kosmetik – Teil 2

Die Einstellung der Menschen zur physischen Reinlichkeit änderte sich auch im 17. Und 18. Jahrhundert nicht wirklich, meist bestand die Körperpflege nur darin, die Hände kurz in Wasser zu tauchen und das Gesicht mit parfümierten Wasser zu betupfen. Stattdessen wurde die Haut unter dicken Puderschichten versteckt, kräftig rot geschminkte Wangen und tiefrote Lippen sollten Gesundheit vortäuschen. Im Rokoko wurde der Spiegel sehr bedeutsam, man hatte große Angst vor dem Altern und versuchte, jugendlich auszusehen. Enge Korsetts brachten den Körper in die gewünschte Form.

Erst im Zeitalter des Empire wurde die Mode lässiger und freizügiger, die Haare wurden offen oder kurz getragen. Obwohl man von einer Gesundheitspflege, wie wir sie heute kennen, noch weit entfernt war, wurde das Bedürfnis nach Hygiene größer und Badeanstalten wieder bedeutsam.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Korsett ein Revival. Die Taille wurde oft derart eng geschnürt, dass die Damen in Ohnmacht fielen – das war modern, genauso, wie möglichst blass auszusehen. So blieb auch die dekorative Kosmetik den „zweifelhaften“ Damen wie Schauspielerinnen vorbehalten. Pflege und Training des Körpers gewann zunehmend an Bedeutung, maßgeblich durch Sebastian Kneipps angeordnete Wasserkuren in Form von Bädern, Wickeln und Güssen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die ersten Kosmetikinstitute durch Helena Rubinstein und Elizabeth Arden eröffnet. Die Kosmetik entwickelte sich ganz allmählich zu dem, was wir heute kennen.